22.10.2020 - Voraussichtliche Rechengrößen 2021

Die Sozialversicherungsrechengrößen werden jedes Jahr entsprechend der Einkommensentwicklung angepasst.  Am 14. Oktober 2020 hat das Bundeskabinett den Verordnungsentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu den SV-Rechengrößen 2021 beschlossen. Nun muss die Verordnung noch den Bundesrat passieren und veröffentlicht werden, dann kann sie zum 1. Januar 2021 in Kraft treten.


Die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung legt jährlich neben wichtigen Werten im Versicherungs- und Beitragsrecht, wie z. B. die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze, auch die Bezugsgröße fest. Diese hat beispielsweise in der GKV Einfluss auf die Einkommensgrenze in der Familienversicherung.


Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der Kranken- und Pflegeversicherung (KV bzw. PV) soll im Jahr 2021 auf 4.837,50 monatlich (2020: 4.687,50 Euro) steigen. Die Beitragsbemessungsgrenze KV/PV ist – anders als die BBG in der Renten- und Arbeitslosenversicherung (RV/ALV) – in den neuen und alten Bundesländern identisch. Die BBG gibt an, in welcher Höhe Arbeitsentgelt maximal der Beitragsberechnung in den einzelnen Sozialversicherungszweigen unterliegt.

Die BBG in der RV/ALV soll sich ebenfalls erhöhen. Die monatliche BBG West 2021 in der RV/ALV liegt dann bei 7.100 Euro (2020: 6.900 Euro). Bei der BBG Ost soll eine Erhöhung von monatlich 6.450 Euro (2020) auf 6.700 Euro (2021) pro Monat stattfinden.
 

Auch die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) in der KV und PV wird 2021 auf 64.350 Euro jährlich angehoben (2020: 62.550 Euro). Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Arbeitnehmer, sofern sein regelmäßiges Arbeitsentgelt über dieser Grenze liegt, versicherungsfrei in der KV/PV. Er muss dann selbst entscheiden, ob er seinen KV/PV-Schutz über die gesetzliche bzw. die private KV/PV sicherstellen will. Die Versicherungspflichtgrenze ist bundeseinheitlich.
 

Eine besondere Versicherungspflichtgrenze, die sogenannte „Bestandsschutzgrenze", gilt für Personen, die am 31. Dezember 2002 privat krankenversichert waren. Sie bleiben dann weiterhin versicherungsfrei, wenn ihr Entgelt im Jahr 2021 58.050 Euro (2020: 56.250 Euro) nicht übersteigt.
 

Eine weitere wichtige Rechengröße, die Bezugsgröße, hat in der Krankenversicherung u. a. neben der Einkommensgrenze in der Familienversicherung auch Einfluss in der Rentenversicherung. So spielt sie bei der Beitragsberechnung für einzelne Personengruppen eine wichtige Rolle. Die jährliche Bezugsgröße soll im Jahr 2021  West: 39.480 Euro (2020: 38.220 Euro) bzw. Ost: 37.380 Euro (2020:36.120 Euro) betragen. Eine Besonderheit gilt auch hier: In der KV/PV wird in den neuen Bundesländern die Bezugsgröße West für alle weiteren Berechnungen zugrunde gelegt. In der Rentenversicherung gelten unterschiedliche Werte für Ost und West.